Plakate und Postwurfsendungen

Wenn gestern in Sachsen-Anhalt die Rechte mit 13 Prozent in den Landtag
eingezogen ist, dann mag das zwar ein Schock für Deutschland sein
und als eine Warnung an alle demokratischen Kräfte des Landes
sein, verwundert hat mich dieses Ergebnis allerdings nicht.
In österreich hat Jörg Haiders FPÖ Wahlgergebnisse
jenseits von 20 Prozent. Und ist somit ein wichtiger politischer Faktor
hier im Lande geworden, der heute (leider) nicht mehr wegzudenken ist.
Freilich, so extrem in der Wahl der Worte und so floskelhaft tritt
Haider nicht auf, wie Herr frei aus München, Fakt ist aber,
daß immerin mehr als 20 Prozent der Österreicherinnen und
Österreicher Haider wollen. Und das, obwohl sicher Jörg
Haider sowohl mit Schönhuber als auch mit Le Pen blendend
versteht, beide sogar des öfteren trifft und sich politisch
solidarisiert. Und, obwohl gerade jene ihn wählen, für die er
- sollte er tatsächlich Kanzler werden – sicher nichts übrig
hat. (siehe sein Parteiprogramm).
Warum also in Sachsen Anhalt DVU und in Österreich die FPÖ?
Es mag wohl daran liegen, daß in einer globalisierten Welt die
Politik nur mehr den Entwicklungen hinterherrennt, keine
Zukunftsperspektive mehr aufzeigen kann und es für angestammte
Politiker wohl nicht mher darum geht, die Menschen dort abzuholen, woh
sie stehen, sondern vielmehr sich an den Tisch mit Vertretern von
Großkonzernen zu setzen und devot ihren Vorgaben zu gehorchen.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich habe nichts gegen
Globalisierung und freies Wirtschaften, aber die Politik verkommt
zunehmend zu einem hinterherhechelndem Etwas, das nicht mehr den Ton
angibt, sondern nach Tönen anderer zu tanzen hat.
Und das macht den Menschen Angst, sie spüren keine
Lösungskompetenz bei den traditionellen Parteien und fallen somit
auf populistische, falsche und gefährliche Sprüche herein.
Ihre Wahlplakate bringen auch ihr Meinung sehr verschwommen zum Ausdruck.

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